Kompost und Komposter: So entsteht fruchtbare Erde im eigenen Garten

Kompost und Komposter: So entsteht fruchtbare Erde im eigenen Garten

Kompostieren zählt zu den nachhaltigsten Maßnahmen im Haus- und Gartenbereich. Küchen- und Gartenabfälle werden dabei nicht entsorgt, sondern gezielt in wertvollen Humus umgewandelt. Richtig angelegt und gepflegt liefert Kompost langfristig Nährstoffe, verbessert die Bodenstruktur und fördert das Bodenleben. Dieser Beitrag erklärt fundiert und praxisnah, was Kompost ist, wie man Kompost anlegt, wie selbstgemachter Kompost entsteht, was nicht auf den Kompost darf und wie lange es dauert, bis Kompost zu Erde wird. Der Fokus liegt auf realistischen Bedingungen in österreichischen Gärten.

Was ist Kompost?

Kompost ist das Ergebnis eines biologischen Abbauprozesses organischer Materialien. Mikroorganismen, Pilze, Bakterien, Regenwürmer und andere Bodenlebewesen zersetzen pflanzliche Abfälle unter Sauerstoffzufuhr. Dabei entstehen Humusstoffe, Nährsalze und stabile organische Verbindungen.

Wichtig ist die fachliche Unterscheidung:
Kompost ist kein Ersatz für Erde, sondern ein Bodenverbesserer. Erst durch das Einarbeiten in den Gartenboden entfaltet er seine Wirkung, indem er Struktur, Wasserhaltevermögen und Nährstoffverfügbarkeit verbessert.

Kompost anlegen: Standort, Aufbau und Grundlagen

Wer einen Kompost anlegen möchte, sollte den Standort sorgfältig wählen. Bewährt haben sich halbschattige Plätze mit direktem Bodenkontakt. Der Untergrund sollte durchlässig sein, damit Bodenorganismen in den Kompost einwandern können. Staunässe ist zu vermeiden.

Grundsätzlich gibt es zwei Varianten:

  • den offenen Komposthaufen
  • den geschlossenen Komposter

Beide Systeme funktionieren nach denselben biologischen Prinzipien. Ein Komposter bietet mehr Ordnung, Schutz vor Austrocknung und ist in dicht besiedelten Wohngebieten oft praktischer. Der Komposthaufen eignet sich vor allem für größere Gärten mit ausreichend Platz.

Wie macht man selbstgemachten Kompost?

Die Frage wie macht man selbstgemachten Kompost? lässt sich auf drei Kernfaktoren reduzieren: Mischung, Luft und Feuchtigkeit.

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Bewährtes Schichtprinzip

Ein funktionierender Kompost besteht aus einem ausgewogenen Verhältnis von:

  • stickstoffreichen, feuchten Materialien wie Gemüseabfällen, Kaffeesatz oder frischem Rasenschnitt
  • kohlenstoffreichen, trockenen Materialien wie Laub, Stroh, Häckselgut oder Karton

Grobes Material am Boden sorgt für Luftzufuhr. Küchenabfälle sollten stets mit Strukturmaterial abgedeckt werden.

Feuchtigkeit und Sauerstoff

Der Kompost sollte gleichmäßig feucht sein, vergleichbar mit einem ausgedrückten Schwamm. Zu nasses Material führt zu Fäulnis, zu trockenes Material bremst den Abbau. Sauerstoff ist entscheidend, da die Rotte überwiegend aerob abläuft.

Was darf nicht auf den Kompost?

Nicht jeder organische Abfall eignet sich für den Kompost. Diese was darf nicht auf den Kompost Liste hilft, Probleme zu vermeiden.

Nicht auf den Kompost

  • Fleisch, Fisch, Knochen und gekochte Speisen, da sie Schädlinge anziehen
  • Katzenstreu, Hundekot und Hygieneartikel wegen möglicher Krankheitserreger
  • Behandeltes Holz, lackierte Materialien und beschichtetes Papier
  • Asche aus Kohle- oder Brikettöfen, da sie Schadstoffe enthalten kann

Nur eingeschränkt geeignet

  • Zitrusschalen in größeren Mengen
  • stark samenhaltiges Unkraut
  • kranke Pflanzen, sofern keine ausreichend heiße Rotte erreicht wird

Kompost umsetzen: Funktion und Zeitpunkt

Beim Kompost umsetzen wird das Material durchmischt, wodurch Sauerstoff eingebracht und der Abbau beschleunigt wird. Besonders bei offenen Komposthaufen ist das sinnvoll.

Empfohlen wird ein Umsetzen ein- bis zweimal pro Jahr, ideal im späten Frühjahr oder Sommer. Dabei wird das äußere Material nach innen gebracht, da dort die Zersetzung am aktivsten ist.

Wie lange dauert es, bis Kompost zu Erde wird?

Die Frage wie lange dauert es bis Kompost zu Erde wird lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Dauer hängt von Material, Pflege und Witterung ab.

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Realistische Richtwerte:

  • gut gepflegter Kompost mit regelmäßigem Umsetzen: etwa 6 bis 9 Monate
  • normaler Gartenkompost: 9 bis 18 Monate
  • wenig betreuter Kompost: bis zu 24 Monate

Reifer Kompost ist dunkel, krümelig, riecht nach Waldboden und zeigt keine erkennbaren Ausgangsmaterialien mehr.

Kompost Beschleuniger: fachlich eingeordnet

Ein Kompost Beschleuniger kann Mikroorganismen zuführen, ersetzt jedoch keine richtige Pflege. Er ist vor allem dann sinnvoll, wenn sehr strukturarmes oder einseitiges Material kompostiert wird.

In der Praxis bewähren sich oft einfache Alternativen:

  • reifer Kompost als Starter
  • etwas Gartenerde
  • regelmäßiges Umsetzen

Komposter kaufen oder Kompost selber bauen?

Ob man einen Komposter kaufen oder den Kompost selber bauen möchte, hängt von Platz, Budget und persönlichem Anspruch ab.

Komposter kaufen

Ein guter Komposter sollte ausreichend Volumen haben, gut belüftet sein und eine einfache Entnahme ermöglichen. Für durchschnittliche Hausgärten gelten 600 bis 800 Liter als sinnvoll.

Kompost selber bauen

Ein selbst gebauter Kompost aus Holz oder Paletten ist kostengünstig und flexibel. Wichtig sind offene Seiten für Luftzufuhr und ein offener Boden.

Kompost Toilette: klare Abgrenzung

Eine Kompost Toilette arbeitet ohne Wasser und basiert auf kontrollierter Kompostierung menschlicher Ausscheidungen. Diese Systeme unterliegen besonderen hygienischen Anforderungen. Der entstehende Inhalt gehört nicht auf den klassischen Gartenkompost und darf nur unter speziellen Bedingungen weiterverarbeitet werden. Für Hausgärten ist eine klare Trennung zwingend notwendig.

Kompost richtig nutzen

Reifer Kompost wird flach eingearbeitet oder als Mulch verwendet:

  • im Beet etwa 3 bis 5 Liter pro Quadratmeter
  • im Rasen fein gesiebt und dünn verteilt
  • in Töpfen maximal ein Drittel des Substrats

Frischer Kompost eignet sich besser zum Mulchen als zur direkten Pflanzung.

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FAQ: Häufige Fragen zu Kompost und Komposter

Was ist Kompost?
Kompost ist biologisch umgesetztes organisches Material, das den Boden verbessert und Nährstoffe liefert.

Wie macht man selbstgemachten Kompost?
Durch das ausgewogene Mischen von Küchen- und Gartenabfällen, ausreichende Belüftung und passende Feuchtigkeit.

Was darf nicht auf den Kompost Liste?
Dazu zählen Fleisch, gekochte Speisen, Tierkot, behandeltes Holz und problematische Abfälle.

Wie lange dauert es bis Kompost zu Erde wird?
Je nach Pflege und Bedingungen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren.

Warum riecht mein Kompost unangenehm?
Meist durch Sauerstoffmangel oder zu hohe Feuchtigkeit.

Ist Kompost umsetzen notwendig?
Nicht zwingend, beschleunigt aber die Rotte deutlich.

Braucht man einen Kompost Beschleuniger?
In den meisten Fällen nicht, gute Pflege ist wichtiger.

Kann man im Winter kompostieren?
Ja, der Prozess verlangsamt sich, setzt aber im Frühjahr wieder ein.

Lohnt es sich, Kompost zu kaufen?
Für kleine Gärten oder Kübelpflanzen kann gekaufter Kompost sinnvoll sein.

Was ist besser: Komposthaufen oder Komposter?
Beides funktioniert, entscheidend sind Platz und Handhabung.